Mahdia, Tunesien — Streetporträt
Die Sonne brennt flach über der Altstadt, der Ockerton der Häuser trägt Geschichten in jedem Riss. Auf dem Markt drängen Händler, Stimmen überschlagen sich, Gewürzaromen ziehen durch die Gassen. Dort, an einer Ecke, sitzt er: ein Gesicht, das die Zeit gelesen hat. Falten wie Kartenlinien, Augen wie zwei Meere — ruhig, wachsam, unerschütterlich. Ein schlichter Schal um den Hals, Hände, die Arbeit und Würde zugleich verraten.
Ich trete näher, suche den Blick, lasse die Kamera atmen. Kein Blitz, keine Pose — nur die ehrliche Begegnung zwischen Fremdem und Mensch. Das Porträt fängt nicht nur die Person ein, sondern den Takt dieser Stadt: das Pulsieren von Handel und Leben, die Wärme der Menschen, die Härte der Sonne. Ein Bild, das Fragen stellt: Wer bist du? Welche Wege hast du gegangen? Welche Geschichten trägst du bei dir?
Die Kamera ist mein Pass. Mahdia ist mein Lehrmeister.